monografien

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime war Osteuropa plötzlich ganz nah. Auf einer Veranstaltung der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial hörte ich Ende 1991 von der Öffnung der (damals noch sowjetischen) Archive, belegte daraufhin einen Russisch-Intensivkurs und begann osteuropäische Geschichte zu studieren. Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem die deutsch-sowjetischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit, die Geschichte von Königsberg/Kaliningrad im 20. Jahrhundert und der Massenmord an den Juden in den besetzten sowjetischen Gebieten.

Auf den Trümmern von Königsberg. Kaliningrad 1946-1970

Auf den Trümmern von Königsberg. Kaliningrad 1946-1970
Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte / München: Oldenbourg 2000


Nach der Eroberung von Königsberg durch die Rote Armee am 9. April 1945 und der Einverleibung des nördlichen Ostpreußen in die UdSSR hatten sich die neuen Machthaber zum Ziel gesetzt, aus Königsberg eine sowjetische Stadt zu machen. Neben dem Bevölkerungsaustausch und der Umbenennung in Kaliningrad im Juli 1946 kam der architektonischen Umgestaltung der stark zerstörten Stadt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Bert Hoppe beschreibt und analysiert die Verzahnung von Architektur- und Identitätspolitik sowie die ihr zugrundeliegenden Konzepte, Pläne und Umgestaltungsmaßnahmen auf einer breiten Quellenbasis, die insbesondere auf Akten aus Kaliningrader Archiven fußt. Der Autor zeigt, dass es sich keineswegs um einen eindeutigen Prozess handelte. Nicht zuletzt aus der Enttäuschung über uneingelöste Versprechen der hochfliegenden Planungen erwuchs eine Bewegung, die einen behutsameren und bewussteren Umgang mit den architektonischen Zeugnissen der deutschen Stadtgeschichte forderte. Der Widerstand gegen die Sprengung der Ruine des Königsberger Schlosses erlitt allerdings eine Niederlage.


Pressestimmen:

„The story transcends everything that happened on the ruins of Königsberg. It is about the failure of the Soviet experiment as it can be read in a cityscape and in unrealized projects.“
Gabor T. Rittersporn, Russian Review, 2001

„Abgestützt auf die extensive Analyse örtlicher Quellen, werden die Diskrepanzen zwischen den ideologischen Vorgaben und den Sachzwängen des Neuaufbaus, die Diskussionen um den Umgang mit der erhaltenen historischen Bausubstanz, die Wellenbewegungen in der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit, aber auch die Konflikte zwischen der Zentralmacht und der allmählich zu einer eigenen Identität findenden neuen Stadt nachgezeichnet.“
Rudolf Hermann, Neue Zürcher Zeitung, 2. Juli 2001

„Bis zur Perestrojka war Kaliningrad eine geschlossene Stadt. Kein ausländischer Tourist durfte sie betreten, kein Wissenschaftler, kein Journalist sich vor Ort ein eigenes Bild machen. Seit einigen Jahren nun ist dies anders. Sogar die Kaliningrader Archive, zumindest ein Teil von ihnen, öffnen sich heute auch ausländischen Besuchern. Einem von ihnen, dem Historiker Bert Hoppe, ist es jetzt gelungen, mithilfe dort gefundener Quellen erstmals geradezu minutiös die architektonische und stadtplanerische Umgestaltung Königsbergs in Kaliningrad nachzuzeichnen. Dabei wird vieles, bislang schon Vermutetes dokumentarisch belegt und anderes, Unbekanntes und Aufregendes, zutage gefördert.“
Klaus Bednarz, Die Zeit, 10. August 2000

 

In Stalins Gefolgschaft. Moskau und die KPD 1928-1933
 Studien zur Zeitgeschichte / München: Oldenbourg 2007 


Bislang galten die deutschen Kommunisten der Weimarer Republik als gehorsame Befehlsempfänger Moskaus, die peinlich darauf bedacht waren, nicht von der Linie der Komintern abzuweichen. Dass die Beziehungen zwischen KPD und Komintern jedoch sehr viel widersprüchlicher und komplexer waren, zeigt nun Bert Hoppe auf der Basis von jüngst zugänglich gewordenen Dokumenten aus osteuropäischen Archiven. Hoppe schildert nicht nur, wie Stalin die Politik der KPD beeinflusste, indem er sein System persönlicher Gefolgschaft auf die deutsche Partei übertrug – er zeigt auch, dass das Verhältnis zwischen den deutschen und sowjetischen Kommunisten häufig von Missverständnissen und Argwohn, die aus ihrer unterschiedlichen politischen Sozialisation erwuchsen, geprägt war. Diese Faktoren, so kann Hoppe nachweisen, führten schließlich zu dem paradoxen Ergebnis, dass der sowjetische Diktator seinen Willen in Streitfällen zwar stets gegen die KPD-Spitze durchsetzen konnte, die Moskauer Führung ihre Politik bezüglich der deutschen Partei letztlich aber als eine durchgehende Reihe von Misserfolgen betrachten musste.




Pressestimmen:

„With its meticulous research in former party archives in Berlin and Moscow, "In Stalins Gefolgschaft" provides the best account yet of the interactions among the German Communist Party (KPD), the Comintern and the Soviet leadership.“
Michael David-Fox, The Russian Review, 2008

„Mit dieser Monographie gelingt es dem Verfasser, die politische Kultur der KPD neu zu erklären. Der flüssige Stil und die prägnanten Thesen machen die Lektüre zum Vergnügen."
Jan C. Behrends, Neue politische Literatur, 2008

„Bert Hoppe ist damit eine neue, spannend zu lesende Kommunikations- und Wahrnehmungsgeschichte der letzten fünf Jahre der KPD gelungen, die sich zu lesen lohnt.“
Susanne Schattenberg, Historische Zeitschrift, 2009

„Hoppe’s study does make a valuable contribution to an understanding of both a pivotal period of German history and of a system that, because of its deeply ingrained political culture, survived for as long as Stalin himself did.“
Peter Monteath, Central European History, 2009

„The value of Hoppe’s book lies in its convincing overall reconstruction of these complex processes and in its attempt to renew political history through cultural-historical approaches. No doubt, it will figure among the important pieces of scholarship on international communism.“
Brigitte Studer, Kritika, 2009

Geschichte Russlands

Geschichte Kompakt / Stuttgart: Theiss 2009

Was ist Russland? Zwei Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sucht das größte Land der Erde noch immer nach seiner Identität. Selbst ein Preisausschreiben, das der ehemalige Präsident Boris Jelzin 1996 zur Klärung dieser Frage initiierte, endete ergebnislos. Bert Hoppe vermag es in eindrucksvoller Weise dem Leser diese Zerrissenheit vor Augen zu führen. Er schildert Russlands Weg vom ersten slawischen Großreich, der Kiewer Rus, über Mongolensturm und Tatarenherrschaft, Zarenreich und Sowjetunion bis zum Tschetschenien-Krieg dieser Tage. Klar und kompakt gibt er einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse, über politische Fakten, soziale Strukturen und wirtschaftliche Bedingungen in den unterschiedlichen Epochen - stets vor dem Hintergrund einer sich dynamisch verändernden russischen Gesellschaft.

 

Architekturgeschichte Berlins

Berlin: Elsengold-Verlag, 2019

Wo liegen die Ursprünge der Stadt Berlin? Und durch welche städtebaulichen Entwicklungen wurde sie im Laufe ihrer fast 800-jährigen Geschichte zu der Stadt, die sie heute ist? Bert Hoppe zeigt uns die Entwicklung Berlins von der Gründung im 13. Jahrhundert bis heute – buchstäblich vom ersten Dachbalken der Doppelstadt Berlin und Cölln bis zur jüngst entstandenen Europacity nördlich des Hauptbahnhofs.

Hoppe beschreibt die wichtigsten Gebäude und die bedeutendsten Baumeister. Eingehend schildert er den kulturgeschichtlichen Hintergrund, vor dem Berliner Architektur entstand: Von der Zeit der Doppelstadt und dem Bau des Schlosses über die Zeit der Residenzstadt und der Hauptstadt Preußens bis hin zum Klassizismus. Er zeigt die großen Veränderungen, die mit der Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts und mit dem Bevölkerungswachstum einhergingen und die Berlin zur Großstadt anwachsen ließen.

Das Buch erzählt von den städtebaulichen Fortschritten der Moderne seit Ende des Ersten Weltkrieges und der Architektur zur Zeit des Nationalsozialismus und endet mit einer Darstellung der baulichen Entwicklung seit dem Fall der Mauer bis heute. Bert Hoppe macht deutlich: Die Gebäude der Stadt sind immer auch Zeugen der jeweiligen Herrscher und des jeweiligen politischen Systems. Diese Architekturgeschichte ist damit gleichzeitig eine Kultur- und Politikgeschichte.

 

 

Pressestimmen:

„Mit zahlreichen Einblicken in oftmals heute noch spürbare großstadt- und berlintypische Lebensweisen und deren Entstehung gewährt Bert Hoppe einen vielschichtigen und kurzweiligen Zugang zur Baugeschichte der deutschen Hauptstadt.“

Jasmin Kunst, Bauwelt, Heft 23/2019

 

„Hoppe versteht es, die Leser durch anschauliche Details ins Thema hineinzuziehen.“

Sylvia Friedrich, Damals, Heft 10/2019